Werden KI‑Agenten bis 2035 Smartphone und PC verdrängen?

TL;DR Frühestens 2030 könnten erste Agent‑Wearables (Smart‑Glasses, Pins, Earbuds) den [...]

 von edi  ■  Darum: 4. August 2025  ■  Lesezeit: 2,1 Min.
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TL;DR

  • Frühestens 2030 könnten erste Agent‑Wearables (Smart‑Glasses, Pins, Earbuds) den Großteil alltäglicher Bildschirm­interaktion übernehmen.
  • Eine flächendeckende Ablösung klassischer Smartphones und Notebooks ist voraussichtlich frühestens ab 2035 realistisch – abhängig von Energieversorgung, Display‑Miniaturisierung und Datenschutz.
  • Der Bildschirm verschwindet nicht sofort, sondern schrumpft stufenweise: vom 6″‑Smartphone über <4″‑„Compute‑Pucks“ bis hin zu AR‑Overlays.

1 | Aktueller Stand (2025-2026)

Agenten‑Hardware betritt den Markt, doch Nutzungsraten und Alltagstauglichkeit bleiben begrenzt.

Signifikante Indikatoren

  • Humane AI Pin und Rabbit R1 zeigen die Machbarkeit von Agent‑Gadgets, jedoch mit niedrigen Daily‑Active‑Rates <5 %.
  • Ray‑Ban Meta Glasses verzeichnen eine Absatz­ver­dreifachung im ersten Halbjahr 2025; Meta plant, die Brille zur eigenständigen Computing‑Plattform auszubauen.
  • Apple & Google Roadmaps deuten AR‑Brillen für 2026‑2028 an, doch CEOs betonen, dass Smartphones „dominant für mindestens weitere 3 Jahre“ bleiben.

2 | Technologische Trends bis 2030

Agent‑Reife

On‑Device‑Modelle mit 7‑10 B Parametern übernehmen Offline‑Kurzaufgaben bei <1 W Leistungsaufnahme. Cloud‑LLMs werden für rechenintensive Jobs genutzt.

Hardware‑Miniaturisierung

Micro‑LED‑Waveguides <50 g und Solid‑State‑Batterien mit +30 % Energiedichte ermöglichen leichte, ganztägig tragbare Smart‑Glasses.

Einbettung statt Ersatz

„Compute‑Pucks“ in Jacken oder Taschen stellen Rechenleistung bereit, während Brillen und Ohrstöpsel als Display‑ und Audio‑Endpunkte dienen. Smartphones fungieren zunächst als Fernbedienung und Modem‑Fallback.

3 | Zeitstrahl: Vom Smartphone zur Agent‑Brille

Phase Jahre Nutzungsmuster Display‑Größe
Agent‑App 2025‑2027 Agent als App in Smartphone/PC; Bildschirm bleibt zentral 6‑14″
Dual‑Device 2028‑2031 Brille + kleines Phone‑Puck; 60‑70 % Aufgaben via Voice/Blick 3‑5″
Ambient‑Only 2032‑2035 Mehrheitliche Interaktion über Smart‑Glasses/Earbuds; Phone optional <3″ oder none
Post‑2035 ab 2035 Invisible Computing – UI projiziert sich in die Umgebung Umgebung ist Display

4 | Herausforderungen

  • Energie & Hitze – Dauer‑SLAM & On‑Device‑LLM erfordern neue Kühllösungen.
  • Privatsphäre – Kameras & Mikrofone im Gesicht lösen regulatorischen Druck (EU AI Act) aus.
  • Ökosystem‑Lock‑in – Proprietäre Agent‑Protokolle drohen, offene Innovation auszubremsen.
  • Soziale Akzeptanz – Neue Formfaktoren brauchen vertrauenswürdige UIs und klaren Mehrwert.

5 | Wahrscheinlichkeits‑Schätzung bis 2035

  • ≈70 % Chance, dass >50 % aller Routine‑Tasks (E‑Mails, Buchungen, Notizen) ohne Touchscreen erledigt werden.
  • ≈40 % Chance, dass das Smartphone als Hauptgerät obsolet wird – Telco‑Modul & Kamera könnten länger notwendig bleiben.
  • ≈10 % Chance, dass 17″‑Notebooks vollständig verschwinden (wegen Multifenster‑ und Performance‑Bedarf).

6 | Fazit

Agenten befreien uns bereits heute von vielen Klicks, aber nicht sofort vom Bildschirm. Die Transformation läuft stufenweise: von der Agent‑App über Dual‑Device‑Setups bis hin zu nahezu unsichtbarem Ambient‑Computing. 2035 kann ein Wendepunkt sein – vorausgesetzt, dass Energie, Optik und Datenschutz mitziehen.

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